Was die Ergotherapie möchte, sagt ihr Name: Ergo kommt aus dem Griechischen (ergon) und bedeutet „Werk“ oder „Arbeit“. In der Ergotherapie  erarbeiten und üben Kinder Handlungen, die ihnen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen. Die Ergotherapie eignet sich bei Entwicklungsverzögerungen, Wahrnehmungsstörungen, für motorische Störungen und ADHS. Diese Therapieform möchte vor allem unzureichende Verknüpfungen im Gehirn entwickeln helfen. Denn sind die Vernetzungen hier (noch) nicht optimal, fällt dem Kind die Koordination seiner Sinnesorgane und Gliedmaßen schwer. Es kann zum Beispiel nicht gut zielgerichtet greifen oder hat Probleme beim Schreiben lernen.

„Bei der Ergotherapie geht es darum, mehr Verbindungen zwischen eigentlich unterschiedlichen Hirnarealen herzustellen, zum Beispiel zwischen der Motorik (Bewegung) und dem kognitiven Bereich (Verstehen, Denken)“, erklärt Physiotherapeutin Anna Franke aus Schwerin. „Eine typische Übung ist zum Beispiel, das Kind auf einer Schaukel schwingen zu lassen, während es gleichzeitig kleine Aufgaben lösen muss: Gegenstände auf einer Tafel erkennen, auf ein Bild oder Symbol zeigen, eine kleine Rechenaufgabe knacken.“ Doch auch normale Alltagstätigkeiten sind Teil der Ergotherapie: zum Beispiel einen Stift richtig halten oder eine Schleife binden.  „Man möchte immer Konzentration verbinden mit Bewegung“, so Franke.

Die Ergotherapie beinhaltet meist 40 bis 60 Therapieeinheiten. Sie wird vom Arzt verschrieben und ist eine Kassenleistung.

Ergotherapie hilft Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsverzögerungen, auditiven Hörverarbeitungsproblemen, Lernstörungen, Problemen beim Schönschreiben/Ausmalen, Konzentrationsproblemen, ADS/ADHS, Bewegungsstörungen und Verhaltensproblemen; Erwachsenen und Senioren mit Körperempfindungsstörungen, Bewegungsstörungen, Nervenstörungen, Gedächtnisstörungen, Handverletzungen, ADS, psychologischen und psychiatrischen Problemen.

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